Salz streuen im Winter? Vorteile, Nachteile – und umweltfreundliche Alternativen
Glatteis ist gefährlich! Also wird großzügig Salz gestreut. Warum eigentlich? Eventuell aus alter Gewohnheit – und weil die Wirkung überzeugt. Dabei lässt sich der Winterdienst auch umweltfreundlicher erledigen. Doch wo ist Streusalz überhaupt noch erlaubt – und welche Alternativen gibt es?
Was ist Streusalz?
Streusalz gilt als schnelles, hochwirksames Streugut bei Glätte und um geräumte Bereiche eisfrei zu halten. Präventiv wird nicht gestreut, sondern erst, wenn Sturzgefahr besteht. Inzwischen gilt vielerorten, dass nur noch Winterdienste Salz streuen dürfen; Privathaushalte müssen andere Hilfsmittel nutzen. Jährlich werden durchschnittlich ca. 1,5 Millionen Tonnen Salz gestreut – in strengen Wintern auch mehr als vier Millionen Tonnen. Was steckt drin, in diesem Streusalz, das Eis auftaut und Eisbildung verhindert? Meist handelt es sich dabei um technisches, nicht zum Verzehr geeignetes Natriumchlorid (NaCl), sprich Kochsalz. Daneben kommen auch Calcium- und Magnesiumchlorid und weitere Salze zum Einsatz. Außerdem enthält Streusalz kleine Mengen natürlicher Begleitstoffe und künstlicher Zusätze wie Rieselhilfsstoff. Der Temperaturbereich, in dem Streusalz seine Wirkung entfaltet, reicht bei Kochsalz bis ca. minus 10 °C und bei Calciumchlorid bis etwa minus 20 °C.
Welche Nachteile hat Winterdienst mit Streusalz?
Streusalz schadet der Umwelt, weshalb Salz streuen in nicht wenigen Städten und Gemeinden verboten ist. Eine einheitliche Regelung auf Bundes- oder Länderebene gibt es nicht. Wer trotzdem Salz streut, muss mit Bußgeldern rechnen. Denn Streusalz schädigt Bäume, Pflanzen, Gewässer und Wildtiere. Aber auch Hund und Katze auf Spaziergang und Streifzug schätzen Streusalz nicht: Seine aggressive Chemie greift empfindliche Pfoten an. Bei Kontakt treten Hautreizungen und Entzündungen auf. Auch Fahrzeuge und Bauwerke, vor allem Beton, greifen die Salze an – und lassen die Eisenbewährung korrodieren. Ziegel sind ebenfalls anfällig – und manche Baudenkmäler Salz hilflos ausgeliefert. Denn einmal eingedrungen, lässt es sich nicht mehr beseitigen.
Warum ist Salz streuen ein Umweltrisiko?
Innerorts gelangt Streusalz zusammen mit dem Schmelzwasser in die Kanalisation – und von dort in Bäche und Flüsse. Was nicht dort endet, gerät bei überlastetem Kanalsystem ins Oberflächengewässer. Und auf der Landstraße? Dringt ca. die Hälfte über Spritzwasser in die Böden am Straßenrand ein. Übriges Streusalz versickert zusammen mit sonstigem Abwasser oder endet auch hier über Rückhaltebecken im Oberflächengewässer. Leider hat Streusalz das Potenzial, Pflanzen anzugreifen – umso mehr, je näher diese am Straßenrand stehen. Kommt der Frühling, ist das Problen nicht erledigt, da sich versickertes Streusalz in den Böden über Jahre anreichert. Hoher Salzgehalt entzieht den Böden Nährstoffe, während Streusalz gleichzeitig die Wasser- und Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen behindert. Auch lässt Streusalz die Feinwurzeln von Bäumen absterben. In der Krone zeigen sich ebenfalls Veränderungen, wie helle Blattränder und braune Verfärbungen. Solche Bäume verlieren ihre Blätter früher als normal – und die Mangelversorgung mit Wasser und Nährstoffen macht Pflanzen anfällig für Krankheiten.
Welche umweltschonenden Alternativen zu Streusalz gibt es?
Ist der Schnee geräumt, können Sie statt mit Salz auch mit abstumpfenden Mitteln wie Sand, Splitt, Kies oder Granulat streuen. Vorsicht, wenn diese mit Schuhen ins Haus getragen werden – sie können empfindliche Bodenbeläge verkratzen. Salzfreie, abstumpfende Streumittel erkennen Sie am Blauen Engel. Und nach dem Tauwetter? Werden diese Streumittel einfach zusammengefegt und gesammelt – und beim nächsten Glatteis erneut eingesetzt. Erst am Ende des Lebenszyklus heißt es: Ab in die Biotonne oder auf den Kompost damit! Aber Achtung: Es gibt auch energieintensiv produzierte Streumittel wie Blähton. Granulate, die aus Schlacken bestehen, können zudem Schwermetalle enthalten, so dass sie später Böden und Grundwasser belasten. Solche Streumittel sollten Sie, wenn überhaupt, nur sparsam einsetzen, da sie nicht nachhaltigen Ursprungs sind. Eine weitere Streu-Alternative sind Holzspähne und Sägemehl. Der Nachteil: Sie machen Dreck und können nach Abtauen des Schnee für erhöhte Rutschgefahr sorgen. Werden sie unsachgemäß verteilt, verstopfen diese Streumittel Kanäle und Abflüsse.
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Innovative Ideen! Geschredderte Maisspindeln, Gemüsesäfte & Co.
Biologisch abbaubare Streumittel rücken immer stärker in den Fokus. Wie z. B. Winterstreu aus Maisspindeln – aus dem, was bei der Maisernte übrigbleibt. Maisspindeln werden zerkleinert, durchgesiebt und von Staub befreit; dann sind sie als Gebinde zu haben. Das Deutsche Maiskomitee e.V. DMK konnte nachweisen, dass das umweltgerechte Streumittel gegen Glätte ähnlich abstumpfend wie Sand, Splitt und mineralische Granulate wirkt. Und auch Tiere mögen es, denn diese Winterstreu ist sanft zu den Pfoten. Wasser kann dieser Biostreu übrigens nichts anhaben – sie bleibt stabil, ohne Schmier- oder Staubfilme zu hinterlassen. Ins Haus getragen, verursacht Biostreu keine Kratzer auf empfindlichen Böden. Eine andere Winterdienst-Idee kommt aus den Vereinigten Staaten: Immer mehr Amerikaner mischen ein Drittel Rote-Beete-Saft und Rübensirup unter das klassische Streusalz, so die Washington Post. Schonender und sehr klebrig, hält dieser Mix das Salz dort, wo es hingehört: auf der Straße. Die Schmelztemperatur von Glatteis sinkt – besonders ideal bei tiefen Minuswerten. Die Idee ist übrigens gar nicht neu: Schon in den 1990ern entdeckte ein Ungar die Wirkung. Weitere Details zu alternativem Streugut? In unserem Ratgeber unter (Link: https://www.gebaeudereinigung-luft.de/winterdienst/streugut-welches-ist-am-besten-geeignet/).
Wenn es Streusalz sein muss: Wo ist es erlaubt?
Streusalz ist dort erlaubt, wo es das letzte Mittel ist: bei starken Vereisungen und in Gefahrenbereichen wie Treppen. Ihre Stadt informiert zu den Bestimmungen für den Winterdienst vor Ort. Am effizientesten wird Streusalz per Streuwagen und Streugerät aufgebracht, um es großflächig auf der Straße bzw. exakt dosiert auf (Rad-)Wegen zu verteilen. Auch hierbei existieren unterschiedliche Zusammensetzungen, um je nach Einsatzfläche das gewünschte Resultat zu erreichen. Entscheidend ist, dass Streusalz und Auftausalz ihre Wirkung sofort entfalten – und dass diese lange anhält. Auch lässt sich hochwertiges Salz ohne Verklumpen streuen.
Winterdienst? Ja, bitte – aber gewissenhaft!
In der Regel ist es Aufgabe der Stadt, Straßen eisfrei zu halten. Und Ihre als Eigentümer, dafür zu sorgen, dass Passanten angrenzende Gehwege ohne Risiko betrieten können – und dann regelmäßig zu kontrollieren, ob dies gegeben ist. Ein professioneller Winterstreudienst entlastet – ob Firmengrundstück, Privatweg oder Parkplatz, Gewerbe, Industrie, Gastronomie oder öffentliche Einrichtung. Übrigens: Was ist die umweltfreundlichste Strategie gegen Schnee- und Eisglätte? Der regelmäßige Griff zu Schaufel und Besen. Warten, bis sich die Schneeschicht festgetreten hat? Je schneller und besser geräumt, desto weniger Streusalz bzw. Streumittel sind nötig. Der nächste Frost kommt bestimmt!
